Das Warten hat ein Ende

Heute sind die Kinder besonders früh wach geworden. Es ist Heiligabend und sie sind sehr aufgeregt. Vor allem Ida ist sehr gespannt auf den heutigen Tag. „Es ist Heiligabend! Heute kommt das Christkind!“, ruft sie, als sie die Treppe herunter rennt. „Wir können ein letztes mal in unser Advents-Söckchen schauen“, sagt Marco. „Eigentlich schade, dass die Adventszeit heute endet. Es war so schön jeden Morgen eine Überraschung zu bekommen“, meint Lukas. „Aber heute Abend gibt es eine ganz große Überraschung!“, ist Ida voller Vorfreude.

Am Frühstückstisch leuchten vier Kerzen am Adventskranz. Alle Familienmitglieder sind sehr gespannt auf den heutigen Tag. Denn Heiligabend ist immer etwas ganz besonderes für alle. „Ich freu mich schon, wenn wir gleich gemeinsam den Baum aufstellen“, sagt Piet lächelnd. „Oh ja, das wird schön. Vor allem, wenn wir dann anfangen ihn mit unserem selbst gebastelten Sachen zu schmücken“, freut sich Lukas. „Der Baum wird fantastisch werden“, ist sich Laura sicher.

 

Da kommt das kleine Herz in die Küche. Es schaut ein wenig traurig. „Was ist los, kleines Herz?“, möchte Marco wissen. „Heute ist der letzte Tag in der Adventszeit. Und es hat mir so eine Freude gemacht, euch jeden Tag zuzusehen, wie ihr eure Aufgabe löst. Das wird mir schon sehr fehlen“, sagt das kleine Herz. „Da werden wir auf jeden Fall eine Lösung finden, kleines Herz. Denn ganz ohne diese tolle Familienzeit, die wir in der Adventszeit wieder bewusst wahr genommen haben, möchten wir die nächsten Monate auch nicht sein“, muntert Laura das kleine Herz auf. „Ich bin froh, dass du das sagst“, erwidert das kleine Herz lächelnd und reicht Marco den Umschlag. Dieser öffnet feierlich die letzte Aufgabe für diese Adventszeit und liest sie vor.

 

Guten Morgen meine Lieblingsfamilie!

 

Die Zeit des Wartens hat ein Ende – heute ist Heiligabend. Ich hoffe, dass ihr die letzten 24 Tage genau so genossen habt, wie ich. Es waren wieder viele, unglaublich schöne Momente mit euch. Ihr seid euch näher gekommen, habt euch viele Sachen erzählt und zahlreiche gemeinsame Erlebnisse gehabt. Ich wünsche euch, dass ihr euch diese Zeit gut einprägt und auch mit in die kommenden Wochen nehmen werdet.

Für heute bekommt ihr noch einmal eine Aufgabe von mir. Und ich freue mich sehr, dass ich auch diesen Tag wieder mit euch erleben darf.

„Genießt den Heiligabend. Pflegt eure bisherigen Traditionen und überlegt euch vielleicht noch ein neues Ritual für Weihnachten. Genießt jeden Moment und macht euch keinen Stress. Gerade an Weihnachten soll sich jeder wohl fühlen und nicht stundenlang Sachen machen, die ihm keine Freude bereiten. Ich bin mir sicher, dass ihr das gut hinbekommt.“

 

Ich habe euch sehr lieb und wünsche euch wunderschöne Weihnachten! Euer kleines Herz.

 

Die Mutter hat Tränen der Rührung in den Augen. „Das hast du so schön geschrieben, kleines Herz. Ich bin gerade etwas überwältigt“, sagt sie. Das kleine Herz klettert auf Laura’s Hand und drückt sie ganz fest. „Ich kann dir versprechen, dass wir den heutigen Tag und auch die nächsten beiden Weihnachtstage sehr genießen werden. Du hast uns so toll auf Weihnachten eingestimmt, dass ich schon seit Tagen richtige Vorfreude auf diese Tage habe“, sagt Piet. Die Familie tauscht noch die schönsten Momente der Adventszeit mit dem kleinen Herzen aus, bis Lukas sagt: „Ich würde jetzt gerne den Baum aufstellen. Das ist schließlich unsere erste Weihnachtstradition.“ Die Eltern müssen lächeln. „Da hast du recht“, sagt Piet. „Das war schon Tradition, als ich noch ein Kind war.“

 

„Zuerst müssen wir den Baum in den Weihnachtsbaumständer einstielen“, sagt Piet. „Können wir dir dabei helfen, Papa?“, fragt Marco. „Na klar. Ohne eure Hilfe schaffe ich das doch gar nicht“, erwidert Piet. Die Kinder ziehen sich schnell an und helfen Piet dabei den Baum gerade aufzustellen. „Wir müssen noch die untersten zwei bis drei Zweige abschneiden, damit wir genug Stamm haben, um den Baum einzustielen“, sagt Piet. „Darf ich das machen?“, fragt Lukas. „Wenn du es schaffst, die Zweige ganz nah am Stamm abzuschneiden, dann gerne“, sagt Piet und gibt seinem Sohn die Rosenschere. Lukas schafft es natürlich. „Was sollen wir mit den Zweigen machen?“, fragt er. „Ich bringe die Mama, damit wir die Zweige in eine Vase stellen. Dann können wir die auch noch schmücken und in den Hausflur stellen“, schlägt Ida vor. „Gute Idee“, sagt Marco. „Und wir stellen in der Zeit den Baum auf“, sagt Piet zu seinen Söhnen. Während Lukas und Marco den Baum festhalten, schraubt Piet die Schrauben am Ständer fest. „So, das war es. Der Baum steht. Jetzt müssen wir ihn nur noch ins Wohnzimmer stellen und können ihn dann schmücken“, sagt Piet.

Mit vereinten Kräften tragen die drei den Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer. Laura und Ida kommen dazu und strahlen über das ganze Gesicht. „Der Baum sieht fantastisch aus. Er bringt richtig viel Leben ins Wohnzimmer“, freut sich Laura. „Können wir den jetzt alle Zusammen schmücken?“, fragt Ida. „Das ist der Plan“, sagt Lukas. „Sollen wir mit den Lichterketten anfangen? Die kann man am besten als erstes machen, oder?“, schlägt Marco vor. „Das ist eine gute Idee“, sagt Lukas und holt die Lichterketten aus dem Karton. Als nach einiger Zeit alle Lämpchen im Baum verteilt sind, sagt Piet: „Ich freue mich, dass wir jetzt damit anfangen können, unseren selbst gebastelten Schmuck aufzuhängen. Das ist für mich gerade wirklich ein ganz besonderer Moment.“

 

Ida holt die Kiste mit den gebastelten Sachen und die Kinder hängen sie ehrfürchtig an den Baum. Jeder einzelne Schmuck wird zelebriert und bestaunt. Denn wirklich jedes einzelne Stück ist einmalig schön. „Das sieht fantastisch aus“, raunt das kleine Herz. „Das finde ich auch“, stimmt Laura ihm zu. Als alles hängt, meint Lukas: „Der Baum sieht super aus. Aber eine Sache haben wir vergessen – die Spitze für den Baum. Was sollen wir an die Spitze machen?“ „Stimmt, daran haben wir gar nicht gedacht. Ich fände einen Stern super“, meint Lukas. „Dann basteln wir jetzt noch einen großen Stern. Am liebsten in gelb, damit er richtig auffällt“, sagt Ida. Gemeinsam basteln die Kinder den Stern für die Spitze. Ida darf ihn zum Schluss von Piet’s Schulter aus auf die Baumspitze stecken. „Jetzt ist der Baum perfekt“, sagt Lukas.

 

 

„Ich würde gerne noch ein paar Meisenknödel im Garten aufhängen. Dann haben die Vögel auch ein paar Stellen, an denen sie Weihnachten feiern können“, sagt Marco. „Schöne Idee. Denn das wir viele Vögel im Garten haben, können wir am Futterhäuschen sehen“, sagt Laura. „Ja, und kleine Mäuse, die die herunter gefallenen Körner aufsammeln“, schmunzelt Lukas. „Die habe ich auch schon gesehen. Ich staune immer, wie die Mäuse die Wände hoch laufen können“, sagt Piet. „Ja, letztens war eine an der Wandlampe in etwa 2 Metern Höhe“, erzählt Marco. „Dann lasst uns den Tieren auch frohe Weihnachten wünschen“, meint Ida.

 

„Ich habe noch eine Idee für eine neue Weihnachtstradition“, sagt Lukas. „Was denn?“, fragt die Mutter. „Wir können gleich noch einige unserer selbst gebackenen Plätzchen verteilen“, sagt er. „Gute Idee!“, sagt Piet. „Ich habe sogar noch ein paar wenige Weihnachtskarten über. Ich schreibe die schon mal und ihr packt die Plätzchen in Tüten. Danach können wir zusammen einen Spaziergang machen und die Kleinigkeiten verteilen“, schlägt die Mutter vor. „Beim Spaziergang können wir auch direkt noch ein paar Stöcker für die Schaschlick-Spieße und das Stockbrot für heute Abend sammeln“, sagt Piet. So machen sich alle an die Arbeit und summen dabei Weihnachtslieder. „Das fühlt sich richtig schön an“, meint Ida. „Ja, Sachen zu verschenken macht genauso viel Spaß, wie Geschenke zu bekommen“, sagt Marco.

 

Nachdem die Familie vom Spaziergang zurück kommt, fühlen sie sich alle sehr gut. „Es ist ein tolles Gefühl Leute mit Kleinigkeiten zu überraschen“, sagt Ida. „Ja, die Freude ist dann umso größer und so ehrlich“, meint Lukas. „Und für“ uns ist die Zeit des Wartens nicht so lang“, gibt Marco augenzwinkernd zu. „Du hast recht. Es fängt schon an zu dämmern. Wir müssen uns hübsch machen, damit wir noch pünktlich zum Gottesdienst kommen!“, fällt der Mutter auf. „Oh ja! Der Gottesdienst an der Burg Vischering! Der war letztes Jahr schon so genial!“, erinnert sich Marco zurück. „Es war eine tolle Atmosphäre. Ich hatte teilweise Gänsehaut“, sagt die Mutter. „Da kam auf jeden Fall die Weihnachtsstimmung rüber“, erinnert sich Piet. „Die Gottesdienst-Besucher durften Fürbitten vortragen, die ihnen gerade eingefallen sind. Und die Bläser, die teilweise aus den Burgfenstern trompetet haben – das war fantastisch!“, ergänzt Laura.

 

 

Die Familie macht sich auf den Weg zur Burg Vischering und pilgert mit zahlreichen Besuchern in den Innenhof. Es sind viele Bekannte und Freunde dabei. Der Gottesdienst ist auch in diesem Jahr wieder atemberaubend. In weihnachtlicher Stimmung gehen Marco, Lukas, Ida und die Eltern danach nach Hause. Und mit einem Blick durch das Wohnzimmerfenster können sie sehen, dass das Christkind schon da war. „Seht mal! Das Christkind war da! Die vier Kerzen am Adventskranz brennen und es liegen Geschenke unter dem Baum!“, ruft Ida überglücklich.

 

Die Familie geht gemeinsam ins Wohnzimmer. „Wie schön das aussieht“, sagt Lukas. „Dürfen wir schon die Geschenke auspacken?“, fragt Marco. „Natürlich“, antwortet Piet. Während die Kinder ihre Päckchen auspacken, genießen die Eltern den Anblick der glücklichen Kinder. „Frohe Weihnachten“, flüstert Laura ihrem Mann ins Ohr. „Das wünsche ich dir auch“, sagt Piet lächelnd.

 

Nach der Bescherung spielen die Kinder gemeinsam mit ihren Geschenken, während die Eltern die Schaschlik-Spieße und das Stockbrot vorbereiten. „Ich bin heute so glücklich. Es ist absolut harmonisch bei uns. Die Kinder sind sehr zufrieden und spielen friedlich zusammen. Sie haben sich sehr über ihre Geschenke gefreut, obwohl nicht alle Wünsche erfüllt wurden. So schön war es Weihnachten noch nie“, schwärmt Laura. „Das finde ich auch. Dann lass uns jetzt mal zu unserem traditionellen Weihnachtsessen an den Kamin gehen“, schlägt Piet vor.

 

Während des Abendessens sagt Marco: „Ist euch eigentlich aufgefallen, dass eure Wünsche zum Teil auch in Erfüllung gegangen sind?“ „Stimmt“, fällt Lukas auf, „es ist sehr harmonisch und es liegt liebevolle Stimmung in der Luft.“ „Außerdem haben wir sehr viel Zeit zusammen verbracht. Das war so schön“, sagt Ida. „Ja, das finde ich auch! Frohe Weihnachten wünsche ich euch allen! Es sind auch meine schönsten Festtage „, sagt das kleine Herz.

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