Ein Restaurantbesuch

„Was für ein tolles Erlebnis wir gestern hatten!“, ist Marco immer noch ganz begeistert. „Und wieviel Platz wir in der Wohnung bekommen haben durch den Verkauf“, freut sich die Mutter. „Unsere Zimmer wirken jetzt auch viel größer“, ist Ida stolz. „Und in der Garage können wir die Fahrräder parken, ohne vorher über das alte Bobbycar oder das Dreirad zu stolpern“, grinst der Vater.

„Ich hatte gestern noch eine Überlegung bezüglich der Spende“, sagt die Mutter. „Was denn für eine?“, fragt Lukas. „Genau vor sechs Jahren waren wir doch im Herzzentrum mit Ida. Und da gab es die sogenannte Oase“, fängt die Mutter an. „Ist das der Ort, an dem du während Ida’s Operation gewesen bist?“, fragt Marco. „Ja, genau. Da konnte man total gut sitzen, ist immer mit gleichgesinnten Leuten ins Gespräch gekommen und konnte Kakao trinken und selbstgemachten Kuchen essen.

Das wird alles von Ehrenamtlichen betrieben. Und die würden sich sicherlich auch über eine Geldspende freuen“, erzählt die Mutter weiter. „Das finde ich fast noch besser. Denn da wissen wir genau, wohin das Geld geht. Und uns wurde vor sechs Jahren auch sehr geholfen an dem Ort“, stimmt der Vater zu. „Okay, dann spenden wir das Geld an die Oase in dem Herzzentrum. Tolle Idee!“, sagt Marco.

 

„War die Zeit damals eigentlich sehr schlimm für dich, Mama?“, fragt Ida. „Ja, die sechs Wochen gehören zu den schlimmsten Erfahrungen in meinem Leben. Wenn das eigene Kind immer wieder zwischen Leben und Tod schwebt und man nie weiß, was am nächsten Tag sein wird … das nimmt einen schon sehr mit. Aber dennoch hatte ich in den sechs Wochen auch sehr tolle Erfahrungen. Ich durfte immer bei dir sein, Ida. Die Schwestern und Ärzte waren alle total lieb und haben mir soviel Zeit mit dir gegeben, wie wir brauchten. Außerdem habe ich dort ganz tolle Eltern und Kinder kennengelernt, die alle sehr tapfer und positiv waren. Und wenn ich jetzt sehe, wie gut es dir geht, vergesse ich die bangen Momente und versuche nur an das Positive zu denken“, berichtet die Mutter. „Und wir drei Männer haben hier damals die Stellung gehalten und haben ein tolles Team gebildet“, erinnert sich der Vater. „Was ja immer noch besteht. Immerhin seid vor allem ihr Zwei unzertrennlich, Lukas und Marco“, sagt die Mutter. „Das stimmt allerdings“, sagt Lukas und grinst seinen großen Bruder an.

 

„Wenn ich euch so zuhöre, bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass ihr meine Aufgaben gar nicht mehr benötigt“, sagt das kleine Herz. „Du hast uns halt gut angeleitet, kleines Herz“, sagt Marco. „Ich bin aber trotzdem gespannt auf die neue Aufgabe“, sagt Lukas. „Na dann will ich sie euch nicht vorenthalten“, meint das kleine Herz lächelnd und reicht der Mutter die Aufgabe.

 

Einen schönen 3. Advent Ihr Lieben!

Ich bin immer noch ganz sprachlos von eurem gestrigen Erfolg. Der Garagen-Flohmarkt war eine fantastische Idee von euch und ihr könnt richtig stolz auf euch sein.

Damit ihr euch heute ein wenig ausruhen könnt, habe ich mir eine richtig schöne Aufgabe ausgedacht:

„Zieht euch hübsch an und überlegt euch ein Restaurant, in dem ihr heute Mittag Essen gehen möchtet. Das habt ihr euch nach dem anstrengenden Tag gestern auf jeden Fall verdient! Da ihr das nicht so oft macht, ist es etwas ganz Besonderes! Freut euch darauf und genießt die Zeit!“

Viel Spaß, wünscht euch euer Kleines Herz

 

„Das ist ja toll“, ruft Ida begeistert. „Die Idee finde ich auch gut, aber mit dem hübsch anziehen, ist es vielleicht ein wenig übertrieben“, fügt Lukas grinsend hinzu. „Dir ist aber schon klar, dass man nicht in Sporthose in ein Restaurant geht, oder?“, fragt der Vater. „Ja, davon habe ich schon mal gehört“, meint Lukas. „Ich finde die Stimmung hier total gut“, sagt das kleine Herz. „Dieses necken untereinander und die kleinen Späßchen – das zeigt eure gute Stimmung!“

 

„In welches Restaurant wollen wir denn gehen?“, fragt die Mutter. „Von meiner kleinen Freundin Mia hat der Papa ein Restaurant. Das ist total gut“, sagt Ida. „Woher weißt du das?“, möchte der Vater wissen. „Na, der hat doch so leckeres Essen mit zur Weihnachtsfeier gebracht“, antwortet Ida. „Oh ja, da waren wir doch schon mal. Und mitten im Restaurant ist ein Teich mit Fischen. Das gefällt mir“, sagt Marco. „Gut, einverstanden. Dann gehen wir dorthin“, meint die Mutter.

 

Nachdem die Familie einen entspannten Vormittag verbracht hat, schlägt der Vater vor: „Dann lasst uns jetzt mal hübsch anziehen und zum Mittagessen fahren.“ „Okay!“, ruft Ida aufgeregt und rennt sofort nach oben. Dort kramt sie in ihrem Kleiderschrank einen schönen Rock mit einer Bluse heraus. „Soll ich mir auch noch Nagellack auf die Fingernägel und Lippenstift auf den Mund machen?“, fragt sie die Mutter. Laura muss lächeln. „Wenn du unbedingt möchtest, kannst du das gerne machen“, sagt sie. „Vielleicht treffe ich ja Mia. Die ist auch immer so hübsch“, entgegnet Ida und stellt sich mit ihrem Schminktäschchen an den Spiegel. Als der Vater in Ida’s Zimmer schaut, zuckt er nur mit den Schultern und murmelt: „Wahnsinn, wie sie sich jetzt schon auftakelt. Wie soll das erst in fünf Jahren werden…?“

 

Auch Lukas und Marco ziehen sich ihre Sonntagshose und einen schönen Pullover an und machen sich eine stylische Frisur. „Wir sind fertig!“, ruft Lukas. „Fahren wir mit dem Auto oder mit Fahrrad?“, möchte Marco wissen. „Da es nicht so weit ist, fahren wir mit dem Fahrrad“, sagt der Vater. Die drei Kinder gehen zu ihren Fahrrädern, während die Eltern sich noch zu Ende anziehen. „Wie groß die drei geworden sind. Ich wusste gar nicht, dass wir so problemlos mit denen Essen gehen können“, sagt die Mutter. „Manchmal bekommen Eltern eben nicht alles mit“, meint der Vater. Das kleine Herz springt in die Handtasche von Laura und fährt ebenfalls mit in das Restaurant.

Während des gesamten Essens unterhalten sich Marco, Lukas, Ida und die Eltern sehr gut und lassen die anderen immer aussprechen. Jeder bekommt sein Lieblingsessen und so ist die gesamte Familie sehr zufrieden mit dem Tag. „Wenn ich gewusst hätte, dass wir so friedlich ausgehen können, hätten wir das schon viel öfter machen können“, sagt die Mutter. „Wir können uns ja vornehmen, dass wir einmal im Monat lecker Essen gehen“, schlägt Marco vor. „Das finde ich super. Dann habe ich nämlich einmal im Monat frei und muss nicht kochen“, sagt die Mutter lachend. „Und wenn wir es bei einmal im Monat belassen, bleibt es auch nach wie vor etwas besonderes“, fügt der Vater hinzu.

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