„Heute ist der erste freie Tag und davon folgen jetzt noch ganz viele“, freut sich Lukas. „Ja, und nur noch fünf mal schlafen … dann ist Heiligabend!“, jubelt Ida. „Ich bin gespannt, was sich das kleine Herz heute für uns ausgedacht hat“, sagt Marco.
„Ich denke positiv“, liest Lukas vor, nachdem die drei Kinder ihre Zettel aus dem Advents-Söckchen gezogen haben. „Das ist ein guter Vorsatz! Heute schaffe ich das sogar. Es ist frei, die Sonne scheint, wir gehen gleich mit Charly spazieren“, zählt Marco auf. „Den Satz werde ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen! Das positive Denken ist mir in den letzten Monaten abhanden gekommen. Ich habe immer das Gefühl, das alle gegen mich sind und hinter meinem Rücken schlecht über mich reden“, sagt Lukas. „Das fühlt sich dann aber richtig doof an“, meint Ida. „Ich glaube nicht, dass alle gegen dich sind. Ich bin es jedenfalls nicht“, tröstet sie ihren Bruder. Lukas lächelt. „Ich habe wirklich Glück mit meiner Familie“, gibt er zu. „Und im Prinzip können wir doch auch sehr positiv denken. Wir sind alle gesund durch die letzten Monate gekommen. Wir haben mit Charly einen wunderbaren Hund und Freund bekommen. Wir unternehmen viel zusammen und können viel an die frische Luft“, zählt Marco auf. „Und wir müssen in diesem Halbjahr keine Klassenarbeiten mehr schreiben“, fügt Lukas lachend hinzu.
„Wir sollten uns wirklich alle vornehmen, viel positiver zu denken. In den letzten Wochen waren wir sehr dünnhäutig und schnell gereizt und haben in allem nur das Schlechte gesehen. Dabei hat jede Situation auch irgend etwas positives. Das vergisst man nur leider viel zu oft“, sagt der Vater. „Aber ich kann an der ganzen Corona-Zeit nicht viel positives sehen. Ich kann meine Freunde nicht treffen, meine Hobbies fallen aus, wir fahren nicht in den Silvesterurlaub. Was ist denn daran positiv?“, möchte Lukas wissen. „Versuch es mal so zu sehen: Du hast es in diesem Jahr geschafft mit deinen besten Freunden einen super Kontakt zu halten. Immer wenn es ging, habt ihr telefoniert und euch später auch wieder getroffen. Das bedeutet sehr viel, denn so kannst du feststellen, dass diese Freunde echte Freunde sind! Das deine Hobbies ausfallen ist wirklich doof – aber dafür haben wir viel gemeinsam die Gegend erkundet. Und ganz ehrlich, ich glaube das wir ohne Corona keinen Hund bekommen hätten. Das wir über Silvester in diesem Jahr nicht in den Urlaub fahren können, finde ich auch sehr schade, denn ich vermisse die Ostsee wirklich sehr. Aber ich denke, dass es auch mal wieder sehr schön wird, die Jahreswende zu Hause zu feiern. Und für Charly ist es auch viel schöner, denn ansonsten wäre er über Silvester bei Opa und Oma und nicht bei uns“, gibt die Mutter zu bedenken. „Da wäre es ihm sicher auch gut ergangen. Aber du hast recht, ich freue mich, dass ich Silvester mit Charly zusammen sein kann“, sagt Lukas. „Und ich werde versuchen, alles positiv zu sehen. Du hast ja gerade schon gezeigt, dass es tatsächlich auch gute Seiten an dieser Situation gibt.“
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